Bei „Dialog im Dunkeln“ erweist sich die Dunkelheit als wirkungsvolles Medium, da es sehr stark emotional wirkt, Leerräume schafft und durch den Außendruck die Innenbindung gestärkt wird. Eine soziale Utopie entsteht, an diesem Ort ohne Vorurteile. Menschen begegnen sich auf völlig neue Art und Weise und erhalten einen Impuls, um über Denkschablonen und soziale Routinen nachzudenken.
So gleichen die Angebote des Dialogmuseums einer "Versuchsanordnung" in einem sozialen Labor. Die Grundlage bildet die experimentelle Psychologie, die um Mittel der Museologie und des Theaters erweitert wird. Menschen werden in einen Bezug gebracht und lösen Aufgaben gemeinsam. Durch Spielregeln agiert das Publikum in einem bestimmten Rahmen. Die Grundprinzipien sind wie bei einem Gesellschaftsspiel. Das Spielfeld definiert die Handlung. Die Figuren treten in einen Bezug und entwickeln Lösungsstrategien zum Erreichen des Ziels. Im Soziallabor ist die Ausstellung das Spielfeld. Als Spielfiguren agieren die Besucher. Das Museum wird zur Plattform. Die Ausstellung wandelt sich in einen Katalysator und kann somit die sozialen Inhalte vermitteln.
„Dialog im Dunkeln“ ist bereits 1989 zu einem sozialen Lernort geworden. Es bleibt zu hoffen, dass mit den anderen Angeboten ebenfalls sinnstiftende Angebote formuliert werden, die den Respekt und die Toleranz im Umgang miteinander fördern. Dies ist sicherlich das große Ziel, welches es durch die Errichtung von sozialen Labors zu erreichen gilt.
Andreas Heinecke
(Autor von „Dialog im Dunkeln“)
